Konrad Zuse


Persönlichkeit und Werk Konrad Zuses eröffnen
die Dimension des genialen Erfinders. Im Alter von etwa 25 Jahren erarbeitete Zuse zunächst in theoretischen Überlegungen eine Rechenmaschine, durch die „dem Ingenieur die mechanische Rechenarbeit nicht nur abgenommen [wird], sondern ihr Umfang kann enorm gesteigert werden“. Die 1936 gegebene Begründung für die Notwendigkeit einer solchen Rechenmaschine erläuterte der Erfinder mit der menschlichen Schwäche, sich immer nur dem Einfachen zuzuwenden, dem Komplizierten, hinter dem sich gleichwohl „tiefere Erkenntnisse“ verbergen, auszuweichen. Konrad Zuse wollte die Menschen zunächst von einfacher und stupider Rechenarbeit befreien. Es mag dem jungen Erfinder in diesem Lebensalter kaum bewusst gewesen sein, dass er mit seiner Rechenmaschine dabei eine Entwicklung einleitete, die schließlich die ganze Welt bis in die Alltagskultur hinein verändern würde.

Was zunächst nur als ein Hilfsinstrument für eine Fachdisziplin gedacht war, geriet unversehens zu einer revolutionären Erfindung. Erstaunlich ist, dass Konrad Zuse diese Erkenntnis allgemein menschlicher Schwächen, sich nur dem Einfachen zuzuwenden, bereits in jungen Jahren sich zu eigen gemacht hat. Und wiederum erscheint es wichtig festzustellen, dass diese Einsicht dann nicht in einem Appell eines folglich notwendigerweise zu ändernden menschlichen Verhaltens gegenüber den erkannten vielschichtigen Sachverhalten mündete. Konrad Zuse suchte wie selbstverständlich den Lösungsweg über mathematisch naturwissenschaftliche Problembewältigung.
Zuses hohe wissenschaftliche Leistung ist inzwischen international anerkannt. Auch die Ernst Freiberger-Stiftung will den Beitrag Zuses für eine Erfindung von weltweiter Bedeutung würdigen, zumal diese in einer Zeit des moralischen Niedergangs in Deutschland entstanden ist.
Ernst Freiberger

Mit Beiträgen von:

Wilhelm Mons
Konrad Zuse – Persönlichkeit und Werdegang

Horst Zuse
Konrad Zuses Rechenmaschine Z3

Roland Vollmar
Konrad Zuses wissenschaftliches Werk

Dokumentenanhang:
Konrad Zuse – Die Rechenmaschine des Ingenieurs
Konrad Zuse – Rechnender Raum

Gebunden, 168 Seiten, Berlin 2005
ISBN 3-00-016502-9
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