Albrecht Haushofer


Seit ihrer Gründung hat die Ernst Freiberger-Stiftung ihren Sitz in Berlin-Moabit.
In diesem Stadtteil stand das Gefängnis, in dem Albecht Haushofer inhaftiert war, und unweit der Stiftung liegen der Ort, an dem Albrecht Haushofer zusammen mit anderen Häftlingen durch ein SS-Kommando erschossen wurde, und der kleineFriedhof, auf dem er bestattet ist.
Diese räumliche Nachbarschaft war indessen eher beiläufige Ursache, sich mit Albrecht Haushofer zu beschäftigen. Der eigentliche Anstoß ging von den „Moabiter Sonetten“ aus, die Albrecht Haushofer in der Haft geschrieben hat. Sie sind einerseits ein Bilderbogen zur Welt- und Zeitgeschichte, andererseits sind sie Gewissenserforschung eines Deutschen, der lange Jahre im NS-Staat „mitgemacht“ hat, weil er meinte, das Schlimmste verhindern zu können. Er hat gemahnt und gewarnt – aber er wirft sich vor, dies nicht laut und klar genug getan zu haben.
Nach Auffassung von Vorstand und Kuratorium der Stiftung sollte dieser Mann eine neue historische Würdigung finden – und zugleich sollte die Erinnerung an ihn durch ein allgemein sichtbares Denkmal in Berlin gefestigt werden. Das vorliegende Buch und die Büste auf dem stark frequentierten Spree-Bogen-Gelände werden gleichzeitig der Öffentlichkeit übergeben.
Damit will die Stiftung einen Beitrag zur Auseinandersetzung mit der Berliner und nationalen Geschichte leisten. Dem liegt der Gedanke zugrunde, dass die Gegenwart nur aus der Vergangenheit verstanden werden kann. In diesem Beziehungsgeflecht ist Albrecht Haushofer eine bedeutsame Gestalt.
Ernst Freiberger

Mit Beiträgen von:

Ernst Haiger
Albrecht Haushofer im Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Amelie Ihering
Albrecht Haushofers literarisches Werk

Albrecht Haushofer
Die „Moabiter Sonette“ – Anmerkungen zu den Gedichten

Carl Friedrich von Weizsäcker
Albrecht Haushofer und die Jugend

Gebunden, 160 Seiten, Berlin 2002
Verlag Langewiesche-Brandt KG, Ebenhausen
ISBN 9-78496-0179-0
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